Thorsten van Stipriaan English

Die kleinste haltbare Konstruktion

in Arbeit

Eine kleine Konstruktion kann zu klein sein. Dann spart sie heute einen Bauteilnamen, eine Datei, eine Prüfung und erzeugt morgen genau dort eine unauffällige Abhängigkeit, die niemand mehr anfassen möchte. Unterbau ist leiser als Überbau. Er sieht nicht nach Architektur aus.

Die Gegenbewegung ist bekannter: Aus einem überschaubaren Problem wird ein System mit Schichten, die zuerst erklärt werden müssen, bevor überhaupt das ursprüngliche Problem sichtbar wird. Dann löst die Konstruktion nicht nur die Aufgabe, sondern verwaltet vor allem sich selbst.

Zwischen diesen Fehlern liegt die interessantere Frage: Welche Konstruktion ist klein genug, um verstanden zu werden, und groß genug, um nicht bei der ersten Änderung zu brechen?

Bei Sextile zeigt sich das an der Ableitung. Eine einzelne Berechnung ließe sich hart in Code gießen. Das wäre klein. Sobald aber sichtbar bleiben soll, welche Faktoren angewandt wurden und was eine andere Entscheidung verändert hätte, braucht das Programm eine Form für diesen Weg. Nicht zwingend eine große Architektur. Aber irgendeine haltbare Stelle, an der die Begründung stehen kann.

Das ist vermutlich der brauchbarere Maßstab als Größe allein. Eine Konstruktion darf wachsen, wenn das Problem gewachsen ist. Verdächtig wird sie dort, wo sie vor allem die Fantasie ihrer späteren Möglichkeiten bedient.

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