Wie viel Ordnung braucht Wissen?
offen
Der laufende Versuch
Wissen braucht mehr als Ablage. Eine Suchfunktion findet Wörter, aber sie erklärt nicht, warum eine Notiz aufgehoben wurde, woran sie hängt, oder ob ich ihren Satz heute noch vertreten würde. Zu wenig Ordnung macht aus einem Archiv einen digitalen Dachboden.
Zu viel Ordnung ist die andere Form desselben Problems. Dann verbringe ich die Zeit nicht mehr mit dem Material, sondern mit seinem System: Kategorien bereinigen, Metadaten nachziehen, Ordner verteidigen, Ausnahmen erklären. Das fühlt sich nach Pflege an. Manchmal ist es nur Arbeit, die aus der Ordnung selbst entstanden ist.
Diese Website ist ein laufender Test einer mittleren Antwort. Der Vault bleibt
Markdown. Veröffentlichung hängt an einem Feld: public: true. Die Website
liest nicht den Vault, sondern eine exportierte Projektion. Wenn die Website
verschwindet, ist kein Wissen verloren. Wenn der Vault nicht verfügbar ist,
soll die Website aus dem Export trotzdem gebaut werden können.
Was daran noch nicht bewiesen ist
Das klingt vernünftig, solange die Sammlung klein ist und die Regeln frisch sind. Nach einem Jahr sieht man mehr. Dann zeigt sich, ob Links noch helfen, oder ob sie nur Spuren früherer Aufmerksamkeit sind. Dann zeigt sich auch, ob Statusfelder wirklich eine Lage beschreiben, oder ob sie nachträglich gepflegt werden müssen, damit das System ordentlich aussieht.
Die Frage nach sichtbarer Mechanik gehört hier hinein. Ich will sehen können, welche Entscheidung eine Notiz öffentlich macht, welche Links beim Export verschwinden und welche Spuren bleiben. Gerade ein privater Verweis wie eine private Laufbahnplanung prüft diese Grenze: Öffentlich bleibt nur der sichtbare Text, nicht der interne Datensatz dahinter.
Woran ich es messen würde
Der brauchbare Punkt ist vermutlich beweglich. Heute reicht eine flache Struktur mit wenigen Typen, expliziter Veröffentlichung und prüfbaren Grenzen. Später kann das zu wenig sein.
Dann sollte die Ordnung wachsen dürfen. Aber sie muss erklären, welche Reibung sie beseitigt. Sonst wird sie selbst der Gegenstand.
- Überarbeitet
- Verfasst